Abiturbestenquote (ABQ)
Die Abiturbestenquote vergibt 30 % der Medizin-Plätze, allein nach der Abiturnote. Wie die Landesquoten funktionieren und für wen die ABQ realistisch ist.
Das Auswahlverfahren der Hochschulen vergibt 60 % der Medizin-Studienplätze. Welche Kriterien jede Uni selbst gewichtet und wie du deine Chancen einschätzt.

Wer in Deutschland Medizin studieren will und nicht über die reine Abiturnote zugelassen wird, landet meist beim Auswahlverfahren der Hochschulen. Über diese Quote vergibt jede Universität 60 % ihrer Studienplätze nach eigenen Regeln. Anders als bei den anderen Quoten zählt hier nicht ein einziges Kriterium, sondern eine Mischung, die du je nach Uni unterschiedlich beeinflussen kannst. Dieser Artikel erklärt, welche Faktoren in das AdH einfließen, wie stark sie gewichtet werden und worauf du bei der Wahl deiner Wunsch-Unis achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
Das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) ist die Quote, über die jede Universität 60 % ihrer Medizin-Studienplätze nach selbst gewählten Kriterien vergibt. Es ist damit der größte und zugleich vielseitigste Vergabeweg.
Anders als die beiden anderen Quoten ist das AdH nicht an ein einzelnes Merkmal gebunden. Während die Abiturbestenquote allein nach der Abiturnote vergibt und die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) das Abitur gar nicht berücksichtigt, kombiniert das AdH mehrere Faktoren. Genau das macht es für viele Bewerber zur realistischsten Chance: Wer ein gutes, aber kein perfektes Abitur hat, kann andere Stärken einbringen und so seine Position verbessern.
Im AdH zählen je nach Universität die Abiturnote, das TMS-Ergebnis, eine Berufsausbildung, ein Freiwilligendienst und Auswahlgespräche. Jede Uni entscheidet selbst, welche dieser Faktoren sie nutzt und wie sie sie kombiniert.
Die häufigsten Kriterien im Überblick:
Welche dieser Bausteine zählen und wie schwer sie wiegen, steht in der Zulassungsordnung der jeweiligen Uni. Der TMS ist dabei der zentrale Hebel, den du aktiv beeinflussen kannst. Wer ihn schreiben will, findet die passende Vorbereitung bei tmsbuddies.
Die Gewichtung im Auswahlverfahren der Hochschulen variiert stark von Uni zu Uni. Es gibt keine bundesweit einheitliche Formel, jede Universität setzt ihre eigenen Prozentwerte fest.
In der Praxis bedeutet das zwei sehr verschiedene Profile. An manchen Unis trägt die Abiturnote weiterhin den größten Teil der AdH-Note, ein zusätzlicher TMS verbessert die Position nur leicht. An anderen Unis dreht sich das Verhältnis um: Dort macht der TMS den Löwenanteil aus, und ein durchschnittliches Abitur reicht mit einem starken Testergebnis durchaus für eine Zulassung.
Für dich heißt das: Dieselbe Kombination aus Abischnitt und TMS führt an einer Uni zur Zulassung und an einer anderen nicht. Wie weit die Auswahlgrenzen je Standort auseinanderliegen, zeigt der Artikel Auswahlgrenzen im Medizinstudium. Welche konkrete Rangnummer am Ende für einen Platz reichte, erklärt der Grenzrang. Konkrete AdH-Ranglistenplätze der letzten beiden Bewerbungsjahre, gemeldet aus unserer Community, findest du in den Grenzrängen Medizin. Deine persönlichen Chancen je Uni und die jeweilige Gewichtung lassen sich mit dem NC-Rechner direkt berechnen.
Das AdH unterscheidet sich von den anderen beiden Quoten dadurch, dass es mehrere Kriterien kombiniert, statt nur eines zu prüfen. ABQ schaut allein auf die Note, ZEQ blendet das Abitur komplett aus, das AdH mischt beides plus weitere Faktoren.
So verteilen sich die Plätze nach Abzug der Vorabquoten:
Eine reine Wartezeitquote gibt es nicht mehr. Die Wartesemester wurden 2020 abgeschafft und spielen bei der Vergabe heute keine Rolle. Wie die drei Quoten im gesamten Bewerbungsablauf zusammenspielen, zeigt der Artikel Bewerbung Medizinstudium.
Den rechtlichen Rahmen für das Auswahlverfahren der Hochschulen setzt der Staatsvertrag über die Hochschulzulassung von 2019. Er legt die drei Quoten fest und gibt den Unis im AdH ausdrücklich Spielraum, eigene Kriterien zu wählen.
Dieser Spielraum ist der Grund für die großen Unterschiede zwischen den Standorten. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass mindestens zwei Kriterien herangezogen werden müssen und dass ein schulnotenbasiertes Kriterium dabei sein muss. Innerhalb dieser Grenzen entscheidet jede Uni eigenständig. Den gesamten zentralen Vergabeprozess wickelt das Portal hochschulstart ab.
Du verbesserst deine Chancen im AdH, indem du früh prüfst, welche Kriterien deine Wunsch-Unis nutzen, und gezielt an den Stellschrauben arbeitest, die dort am meisten zählen. Das ist meist der TMS.
Der wirksamste Hebel ist ein gutes TMS-Ergebnis, weil viele Unis den Test im AdH hoch gewichten. Daneben können eine Berufsausbildung im Gesundheitswesen oder ein Freiwilligendienst Punkte bringen, allerdings nicht überall gleich. Deshalb lohnt es sich, die Zulassungsordnungen mehrerer Unis zu vergleichen und die Reihenfolge deiner Studienwünsche nach deinen Stärken zu ordnen. Wie du diese Rangliste sinnvoll aufbaust, erklärt der Artikel Hochschulstart-Priorisierung.
Das AdH vergibt 60 % der Medizin-Studienplätze nach Abzug der Vorabquoten und ist damit die größte der drei Hauptquoten. Die Abiturbestenquote macht 30 % aus, die Zusätzliche Eignungsquote 10 %.
Typisch sind Abiturnote, TMS-Ergebnis, eine Berufsausbildung, ein Freiwilligendienst und Auswahlgespräche. Welche davon eine Uni nutzt und wie stark, legt sie selbst in ihrer Zulassungsordnung fest.
Nein. Die Abiturnote ist an den meisten Unis nur ein Baustein und wird oft mit 20 bis 60 % gewichtet. Daneben fließen weitere Kriterien ein, an TMS-starken Unis zählt der Test deutlich stärker.
Weil jede Uni ihre Kriterien und deren Gewichtung selbst festlegt. Dieselbe Kombination aus Abischnitt und TMS kann an einer Uni für die Zulassung reichen und an einer anderen nicht.
Nein, der TMS ist freiwillig. An vielen Unis ist ein gutes Ergebnis aber der stärkste Hebel im AdH, ein fehlender Test wird nie negativ gewertet.